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Fenster ein architektonisches Erbe

Alte Fenster verleihen einer denkmalgeschützten Fassade ihre Eleganz und ihren Charme. Heute ermöglichen technische Lösungen, sie zu erhalten und zugleich den modernen Anforderungen an den Wärmeschutz gerecht zu werden.

Historisches Fenster in Ferenbalm, im ursprünglichen Zustand erhalten (Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern).

Das Fenster ist ein wesentliches architektonisches Element: Es strukturiert den Rhythmus einer Fassade und bestimmt deren ästhetische Qualität. Historische Fensterkonstruktionen zeugen vom handwerklichen Können ihrer Epoche. Dieses ist eng mit der Entwicklung der Glasverarbeitung sowie mit der Beherrschung des Handwerks durch Glasmacher und industrielle Glashersteller verbunden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es üblich, alte Fenster ohne Rücksicht auf ihren denkmalpflegerischen Wert zu ersetzen. Heute wird diese Vorgehensweise glücklicherweise infrage gestellt. Innovative technische Lösungen ermöglichen es inzwischen, die Originalfenster zu erhalten und gleichzeitig ihre Dämmfunktion zu verbessern. Die unten vorgestellten Beispiele veranschaulichen diese neue Haltung und zeigen eindrücklich, wie sinnvoll es ist, dieses wert volle und unersetzliche Kulturerbe zu bewahren.

Historisches Fenster in Romont BE, saniert mit neuen Innenfenstern (Foto: Dominique Plüss).

Das Fensterglas hat sich über mehrere Jahrhunderte entwickelt: von den rudimentären mittelalterlichen Butzenscheiben über geblasenes und anschliessend gestrecktes Glas (Zylinderverfahren) bis hin zu Hochleistungsverglasungen. Das Floatglasverfahren (1959) stellt dabei einen bedeutenden technologischen Fortschritt dar, da es nahezu vollkommen plane Glas scheiben ermöglicht. Diese Technik machte in der Folge die Entwicklung von Gläsern mit Metalloxid beschichtungen möglich, die die Wärmedämmung verbessern.

Aus thermischer Sicht führte die Entwicklung vom kaum dämmenden Einfachglas über die Doppelverglasung hin zu mit Edelgas angereicherten Verglasungen, zur Dreifachverglasung und schliesslich zum vielversprechenden Vakuum-Isolierglas (VIG), das bei geringer Dicke Wärmeverluste nahezu vollständig eliminiert.

Bei der Sanierung eines historischen Fensters sollten Lösungen, die den bestehenden Bau respektieren, gewählt werden – beispielsweise eine innere oder äussere Zusatzverglasung oder Vakuum-Isolierglas. Ein vollständiger Ersatz durch eine klassische Isolierverglasung erfordert viel graue Energie und weist nur eine begrenzte Lebensdauer auf.

Zwei Beispiele aus der Praxis

Texte: Olivier Burri und René Koelliker

Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern und Dominique Plüss

Fachwerk 2026

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