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Burgdorf Burgergasse 48

Im Einklang mit dem Baudenkmal

Mit viel Respekt vor der Geschichte wurde das Interieur der nahezu vollständig original erhaltenen Villa saniert – nach dem Prinzip «weniger ist mehr», um den Charakter und die Atmosphäre der Heimatstilarchitektur zu bewahren.

Die liebevoll gestalteten Details wie die die rot-schwarz bemalten Fensterläden sind charakteristisch (Foto: WYLERBLATTER ACHITEKTEN GMBH).

Die Villa im Garten ist ein qualitätvolles Beispiel der Heimatstilarchitektur. Die neue Eigentümerschaft hat das Interieur kürzlich mit viel Fingerspitzengefühl sanft saniert – stets mit dem Ziel, das Baudenkmal soweit möglich zu erhalten. Die eigenen Nutzungsvorstellungen wurden klar zurückgestellt. Lediglich die Oberflächen und Ausstattungen in den Nassräumen wurden ganz oder teilweise ersetzt. Die wertvollen bauzeitlichen Elemente hingegen blieben erhalten: Parkett- und Terrazzoböden, Türen, Wandtäfer, Jutetapeten, Einbauschränke und die charakteristische Holztreppe wurden sorgfältig belassen, wo nötig repariert und behutsam aufgefrischt. Auch die Raumstrukturen blieben weitgehend unverändert. Abgesehen von einem neu geschaffenen Durchgang zwischen Küche und Wohnzimmer nahm man kaum Veränderungen vor.

Besonders erwähnenswert ist der Umgang mit den historischen Sprossenfenstern. Statt sie zu ersetzen, wurden sie erhalten und lediglich durch den Einbau von Vakuumglas energetisch ertüchtigt. Angesichts des starken Rückgangs originaler Fensterbestände in den vergangenen Jahrzehnten ist dieser Entscheid von besonderer Bedeutung. Fenster sind ein wichtiger Bestandteil qualitätvoller Interieurs und prägen gleichzeitig das äussere Erscheinungsbild eines Gebäudes wesentlich.

Dank der konsequent sanften Sanierung strahlt die Villa weiterhin den ursprünglichen Geist des Heimatstils aus – authentisch, stimmig und von zeitloser Qualität.

Massnahmen

Instandstellung Ausstattung, Ertüchtigung Fenster, 2023–2025

Bauherrschaft: Victoria und Daniel Inversini

Architektur: WYLERBLATTER ARCHITEKTEN GMBH, Burgdorf

Baufachleute: Christoph Hagios Parkettböden, Ersiwil; diemalermeister.ch, Tschannen+Leuenberger AG, Burgdorf; Schreinerei Iseli AG, Biembach (Fenster, Vakuumglas); Wagner Reinigungen, Burgdorf; Werthmüller Schreinerei AG, Burgdorf; zurflüh ag, Ersigen (Ofenbauarbeiten)

Denkmalpflege: Simon Haldi

Unterschutzstellung: Kanton 2013

Beiträge: Kanton (Lotteriefonds/SID)

Das Baudenkmal in Kürze

Einfamilienhaus von 1912

Dieser zierliche, wohlproportionierte Massivbau besticht durch sein markantes Mansartdach mit grossen Quergiebeln und einer Laube im Dachgeschoss. Auf der Südseite lädt ein erhöhter, von einer massiven Brüstung umgebener Sitzplatz zum Verweilen ein, der über eine doppelläufige Aussentreppe erreichbar ist. Während der Windfang auf der Nordseite nicht aus der Bauzeit stammt, hat sich im Innern die originale Haustür erhalten. Charakteristisch für das Haus sind die malerischen, liebevoll gestalteten Details wie die verzierten Dachunterseiten, die rot-schwarz bemalten Fensterläden und der dekorative Putz an der Sitzplatztreppe. Das qualitätvolle Gebäude liegt leicht erhöht auf einer Terrasse inmitten eines Gartens mit altem Baumbestand. Es gilt als Musterbeispiel für eine kleine ländliche Villa im Heimatstil aus der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg.

  • Bauinventar online

Text: Andrzej Rulka

Fotos: WYLERBLATTER ARCHITEKTEN GMBH, Burgdorf

Fachwerk 2026

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