Das Prinzip «Haus im Haus» ist bei der Sanierung von Baudenkmälern längst etabliert. Das gezielte Einfügen moderner Architekturelemente in die historische Bausubstanz hat sich als wirksamer Ansatz bewährt, um das bauliche Erbe zu erhalten und gleichzeitig zukunftsfähig zu machen.

Zusätzlichen Wohnraum in leerstehenden Dachgeschossen, nicht mehr gebrauchten Scheunen oder Stallbereichen zu schaffen, liegt auf der Hand. Das Prinzip «Haus im Haus» ist häufig eine ideale Lösung. Es ermöglicht, Substanzerhalt und einen effizienten Einsatz von Material zu verbinden und gleichzeitig den Charakter des historischen Baus zu bewahren. Für die notwendige Belichtung bieten sich je nach Dacheindeckung und Bautypus unterschiedliche Möglichkeiten an.
Beim Prinzip «Haus im Haus» wird ein neues, in sich geschlossenes Volumen in die historische Hülle ein gestellt. Die bestehende Tragstruktur bleibt vollständig erhalten. Das neue Element fügt sich ein, ohne das Original zu verändern. Die dabei entstehende Zone zwischen Alt und Neu kann als gedeckter Aussenraum genutzt werden und durch den Gegensatz von historischen und zeitgenössischen Elementen besondere Qualität gewinnen.
Meist führen Lamellen an den Seitenwänden, der Einsatz von Glasziegeln oder möglichst unauffällig in die Dachfläche integrierte Fenster Tageslicht über diese Zwischenzone nach innen. Zahlreiche gelungene Beispiele zeigen, wie sich Neues harmonisch in gewachsene historische Bausubstanz einfügen lässt.
Drei Beispiele aus der Praxis
Beim Prinzip «Haus im Haus» wird ein neues, in sich geschlossenes Volumen in die historische Hülle eingestellt. (Foto: VeyVey Films).Saanen, Dorfstrasse 102
Das historische Bauernhaus wurde gezielt mit modernen Architekturelemente ergänzt. (Foto: Federico Farinatti).Wichtrach, Gässli 9
Im Zuge der Dachsanierung entschied sich die Bauherrschaft, das Dach wieder mit Holzschindeln einzudecken (Foto: Christian Helmle).Thun, Matthausweg 23
Text: René Koelliker
Foto: Dominique Plüss
Fachwerk 2026