Wohnqualität auf den Stand gebracht
Zum ersten Mal seit fast zwei Jahrhunderten wurde das Ofenhausstöckli umfangreich saniert – mit einem einzigen Unternehmen und mit überzeugendem Ergebnis.

Die Innensanierung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit einem einzigen Unternehmen, das quasi alle Leistungen aus einer Hand erbrachte. Was manchmal ein Risiko ist, erwies sich hier als Glücksfall: Die Qualität der historischen Räume liess sich nicht nur bewahren, sondern auch hervorheben und teilweise neu entdecken.
Zum ersten Mal in seiner knapp zweihundertjährigen Geschichte wurde das Ofenhausstöckli in Grossmühleberg umfangreich saniert. Den Wohnteil dämmte man von innen, damit er den heutigen energetischen Anforderungen entspricht. Die Fichtenfenster stammten noch aus der Bauzeit, waren aber in einem sehr schlechten Zustand – ein detailtreuer Ersatz war notwendig. Auch das Täfer war teilweise stark beschädigt, konnte aber für einige Wandpartien wieder eingebaut werden. Fenster, Türen, Wände und Decken strich man nach Befund neu, wobei die Zimmer im Obergeschoss vollständig holzsichtig blieben. Auch die schmucken Trittöfen wurden restauriert, sodass die Wohnräume jetzt wieder zu ihrer früheren Qualität zurückgefunden haben. Dank der sorgfältigen Sanierung hat das stattliche Gebäude nicht nur seinen Charme und Charakter bewahrt, es ist auch bestens für die kommenden Jahrhunderte gerüstet.
Massnahmen
Innensanierung, 2023–2026
Bauherrschaft: Stefan Schmid, Bern
Architektur: GLB Genossenschaft Berner Mittelland, Thörishaus
Restauratorin/Restaurator: Michelle Jegge, Wettingen und Andri Bundi, Bern
Baufachleute: GLB Genossenschaft Berner Mittelland, Thörishaus
Denkmalpflege: Nils Wimmer
Unterschutzstellung: 2026
Beiträge: Kanton (Lotteriefonds/SID)
Das Baudenkmal in Kürze
Stöckli von 1848
Dieser stattliche, gediegene Riegbau unter einem Mansartwalmdach zeichnet sich durch seinen markant geschwungenen, oben jedoch gerade abschliessenden Dachvorsprung aus, der auf verzierten Bügen ruht. Ein grosses Kellertürgewände aus Sandstein und ein Ofenhausraum im westlichen Erdgeschoss gehören zur Ausstattung. Das Gebäude ist in einem sehr guten, kaum veränderten Zustand; so sind etwa die ursprünglichen Türen erhalten geblieben. Die feine Kieselsteinpflästerung vor dem Haus ist teilweise nicht mehr vorhanden. Zusammen mit dem mächtigen Bauernhaus Grossmühleberg Nr. 213 prägt dieser markante Bau das Erscheinungsbild der gut erhaltenen Gebäudegruppe von Osten her.
Die originale Eingangstür wurde restauriert (Foto: Alexander Gempeler).
Die schmucken Trittöfen wurden restauriert, sodass die Wohnräume jetzt wieder zu ihrer früheren Qualität zurückgefunden haben (Foto: Alexander Gempeler).
Die schmucken Trittöfen wurden restauriert, sodass die Wohnräume jetzt wieder zu ihrer früheren Qualität zurückgefunden haben (Foto: Alexander Gempeler).
Fenster, Türen, Wände und Decken strich man nach Befund neu, wobei die Zimmer im Obergeschoss vollständig holzsichtig blieben (Foto: Alexander Gempeler).
Text: Nils Wimmer
Fotos: Alexander Gempeler
Fachwerk 2026