Kultur in guten Händen
Von 1821 bis 1970 wurde in der Mühle Korn gemahlen. In den 1970er Jahre begann mit Ausstellungen und Theaterkursen eine neue Ära als «Kulturmühle». Die 1990 gegründete Stiftung Kulturmühle Lützelflüh ist bis heute für den Betrieb verantwortlich. Sie sorgt mit kontinierlicher Sanierung dafür, den Bau für kommende Generationen zu sichern.
Der historische Gewerbebau steht in reizvoller Umgebung mit Kanal, erhaltenem Wasserrad, mehreren Nebengebäuden – darunter einer Stampfe und einem Entenhaus – sowie einem malerischen Garten mit Buchseinfassungen. Die Stiftung Kulturmühle Lützelflüh setzt sich mit grossem Engagement für den Erhalt des Kulturobjektes ein. Die zahlreichen notwendigen Sanierungsmassnahmen werden nach und nach geplant und realisiert – fachgerecht dank erfahrener Handwerker und mit Respekt vor der Bausubstanz.
Ein aktuelles Beispiel ist die Erneuerung des Kalkputzes im Sockelbereich und im Gewölbekeller. Wegen der hohen Feuchtigkeit in den Wänden war der alte Putz stark beschädigt. Fachleute entfernten ihn im Herbst 2024 und liessen die Mauern über ein halbes Jahr lang austrocknen und fixierten die aussandenden Steine. Sie bestimmten die optimale Putzmischung für die Wiederherstellung. Alle Arbeiten fanden während des laufenden Kulturbetriebs statt – was hohe Flexibilität von allen Beteiligten verlangte, insbesondere auch von den Handwerkern und den Besuchenden. Dank der guten Zusammenarbeit und sorgfältigen Planung bleibt die Kulturmühle ein lebendiger Ort. Ein Besuch lohnt sich!
Massnahmen
Fassadensanierung, Instandstellung Gewölbekeller 2023–2025
Bauherrschaft: Stiftung Kulturmühle Lützelflüh
Architekten: Atelier G+S Architekten und Planer AG, Burgdorf, Mike Wüthrich
Baufachexperten: SPIELMANN BAU- UND WERKSTOFFLABOR GmbH, Brunnenthal bei Messen; Thymos AG, Bern
Handwerker: Jesús Dapena AG, Interlaken (Putz, Malerarbeiten)
Denkmalpflege: Josephine Eigner
Unterschutzstellung: Kanton 1992, Bund 1976/2002
Beiträge: Kanton (Lotteriefonds/SID)
Das Baudenkmal in Kürze
Mühle von 1821
Der repräsentative Gewerbebau weist drei imposante, regelmässig befensterte Ründifronten auf. Er steht steht auf einem zweigeschossigen massiven Kellersockel. Der leicht niedrigere Westgiebel zur Strasse hin ist im Erdgeschoss mit sorgfältig gearbeiteten Türöffnungen ausgestattet. Lauben erschliessen die Ost- und Südseiten. Der voluminöse Baukörper ist mit zahlreichen Zierelementen aufwendig gestaltet. Die Umgebung ist besonders reizvoll: mit Kanal und erhaltenem Wasserrad, mehreren Nebengebäuden – darunter einer Stampfe und einem Entenhaus – sowie einem malerischen Garten mit Buchseinfassungen, der sich bis zum Mühlestock (Kanalweg 1) erstreckt.
- Zahlreiche Zierelemente schmücken die regelmässig befensterten Ründifronten (Foto: Atelier G+S Architekten und Planer AG).
- Die Mühle mit erhaltenem Wasserrad und Nebengebäuden, wird durch einen malerischen Garten auf der Südseite ergänzt (Atelier G+S Architekten und Planer AG).
Text: Josephine Eigner
Fotos: Atelier G+S Architekten und Planer AG
Fachwerk 2025