Nostalgisches Flair im Ziergarten
Ein historischer Gartenpavillon und die Umfassungsmauer eines neubarocken Bieler Wohnhauses wurden stabilisiert und sorgfältig instandgesetzt. Die Arbeiten sichern die historischen Strukturen und erhalten den Charakter der Anlage.

Das Haus an der Unionsgasse entstand 1875 nach Plänen des Architekten Friedrich Ludwig von Rütte. Es ist eng mit seinem Ziergarten verbunden. In der südöstlichen Ecke des Grundstücks steht ein schmucker Gartenpavillon, der teilweise in die Umfassungsmauer integriert ist. Der filigrane Holzpavillon im typischen Chaletstil entstand vermutlich zur gleichen Zeit wie das Wohnhaus. 1995 restaurierte man ihn erstmals und konnte dabei bereits einige bauliche Schwächen beheben.
Im Jahr 2021 zeigte sich jedoch ein neues Problem: Die Umfassungsmauer neigte sich besorgniserregend, besonders auf der Ostseite. Um Garten und Pavillon zu schützen, war eine erneute Restaurierung notwendig. Man ersetzte den schadhaften Mauerabschnitt durch einen originalgetreuen Neubau nach historischem Vorbild. Gleichzeitig wurde auch der Gartenpavillon gefestigt. Nach einem sorgfältigen Rückbau montierte man Brüstung, Holzschnitzereien und Dach – wo nötig mit neuen Elementen ergänzt – auf neuen Fundamenten.
Heute sind Pavillon und Umfassungsmauer wieder stabil. Der historische Garten behält damit seinen Wert und seinen ursprünglichen Charakter.
Massnahmen
Restaurierung der Gartenmauer und des angrenzenden Pavillons, 2021–2025
Bauherrschaft: Brigitte Widmer und Stéphane de Montmollin
Baufachleute: 4 saisons SA, Biel/Bienne (Gartenarbeiten); A. Schlosser AG, Biel/Bienne (Baustellenarbeiten); Bauer Baumschulen AG, Bottmingen; Burgergemeinde Biel / Bourgeoisie de Bienne (Gartenarbeiten); Oppliger-bois Sàrl, Menuiserie – charpente, Saint-Imier; Schmid & Pletscher AG Bauingenieure, Nidau; Stadelmann Malerei AG, lmannmalerei ag, Biel/Bienne; Stettler AG Biel Studen (Baustellen- und Maurerarbeiten)
Denkmalpflege: Nicolas de Wurstemberger
Unterschutzstellung: Kanton 1995, Bund 1995
Beiträge: Kanton (Lotteriefonds/SID)
Das Baudenkmal in Kürze
Gartenpavillon von 1875
Dieses neubarocke Wohnhaus besticht durch seine herrschaftliche Architektur und eine besonders reizvolle Verbindung zur Natur. Direkt an die Südseite des Hauses schmiegt sich eine filigrane Holzveranda, die den Blick in den gepflegten, nach Süden ausgerichteten Ziergarten öffnet. An der Südost-Ecke der Anlage befindet sich ein besonderes Highlight: ein charmanter Gartenpavillon, zusammen mit dem historischen Eisenstaketenzaun das nostalgische Flair unterstreicht. Das gesamte Ensemble wird mit viel Liebe zum Detail gepflegt und bildet zusammen mit der Terrasse auf der Ostseite einen bedeutenden Teil des historischen Neuquartiers am Brunnenplatz.
Der filigrane Holzpavillon im typischen Chaletstil entstand vermutlich zur gleichen Zeit wie das Wohnhaus (Foto: Dominique Plüss).
Den schadhaften Mauerabschnitt ersetzte man durch einen originalgetreuen Neubau nach historischem Vorbild (Foto: Dominique Plüss).
Brüstung, Holzschnitzereien und Dach des Pavillons montierte man auf neuen Fundamenten (Foto: Dominique Plüss).
Text: Nicolas Jacot
Fotos: Roland Juker
Fachwerk 2026